Sex als energetisches Tor

Männergesundheit
Männergesundheit. © Pixabay.

Sind Wechseljahre auch ein Thema beim Mann? Ja, sagt der Experte für Männergesundheit Markus Peters, auch wenn Vieles anders ist als bei Frauen. Mehr Freude am Sex und späte Wendungen nach innen gehören dazu.

Markus Peters bietet in seiner Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren in Bordesholm südlich von Kiel nicht nur eine Männersprechstunde an. Er richtet auch in Youtube-Videos, in Vorträgen und als Buchautor den Blick auf ein möglicherweise vernachlässigtes Thema.

Er sagt: Wechseljahre des Mannes gibt es so nicht, aber in der Mitte des Lebens verändert sich auch bei Männern einiges. Der 57jährige Mediziner betont: „Männer können selbst mit 80 potentiell noch Kinder zeugen. Die Fruchtbarkeit geht nicht verloren.“ Das unterscheide die Geschlechter deutlich. Dennoch beobachtet Peters zum Teil tiefgreifende Veränderungen, wenn Männer älter werden.

Während Frauen in den Wechseljahren häufig nach außen durchstarten, würden sich Männer zum Teil eher den häuslichen Aufgaben zuwenden und ihre femininen Anteile entdecken und kultivieren. Den Hauptunterschied, der ihm in seiner Betreuung von Patienten begegnet, beschreibt der erfahrene Arzt so: „Frauen lernen mit Eintritt der monatlichen Blutung mit ihrem Körper zu leben. Männer müssen das meist erst im Laufe des Lebens lernen.“

Den initialen Einschnitt dafür erleben sie beim Sport, bei der Arbeit und im Bett. Wenn die erwartete Leistung nicht mehr erreichbar ist, zerstöre das dramatisch das männliche Selbstbild. „Dann oder auch wenn das Herz nicht mehr so verlässlich funktioniert wie erwartet, sind viele Männer überfordert.“ Herzgesundheit ist ohnehin der Schwerpunkt im medizinischen Leben von Markus Peters. Seine Beobachtung: „Erektionsstörungen gehen dem Herzinfarkt oft sechs bis sieben Jahre voraus.“

Dass Sexualhormone die Herz-Kreislauf-Gesundheit steuern, findet er auch menschenkundlich interessant. Wenn die Durchblutung der kleinen Gefäße im Penis abnimmt, folgten später oft weitere Probleme wie etwa der Herzinfarkt. Ein Testosteronmangel hingegen sei bei Männern nicht zwangsläufig die naturgegebene Reaktion auf den Alterungsprozess.

Zusammenhänge sieht Markus Peters eher im Lebensstil: „Wir leben in einer Welt der Östrogendominanz. Diese Hormonbelastungen von außen beeinflussen uns Menschen mehr als wir bisher wissen.“ Damit spielt der Mediziner auf medikamentöse Rückstände im Trinkwasser oder auch Belastungen von Kunststoffverpackungen an.

Wenn er die Situation seiner Patienten diagnostisch abgeklärt und besprochen hat, gehört zur Lösungsstrategie dann durchaus auch mal die Gabe von Hormonen – bevorzugt den bioidentischen. „Wenn ein 65jähriger frisch verliebt ist und sich mehr Standfestigkeit beim Sex wünscht, bekommt er bei mir kurzzeitig schnell wirkende synthetische Hormone.“

Für Männer sei der Leidensdruck eben hoch, wenn es im Bett nicht mehr klappt. Dann steht für den Behandler mit ganzheitlichem Anspruch die Lebensfreude im Vordergrund. So öffnet er im Prozess dann manche Tür beim verunsicherten Gegenüber und vertieft den Austausch: „Am Ende des Tages ist es notwendig, schlussendlich unsere ganze Haltung der Mutter Erde gegenüber zu verändern. Und den inneren Schweinehund zu überwinden, sich mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, erholsamem Schlaf, bewusster Entspannung, sinnstiftenden Tätigkeiten und gern auch ehrenamtlichem Engagement selbstwirksam aufzustellen.“

Wenn die Veränderungen in der fortgeschrittenen Lebensmitte dazu auffordern, sich mit Lebenszielen intensiv zu beschäftigen, haben sie schließlich etwas Gutes. Die Hinwendung nach innen sei, so Peters, die Aufgabe in dieser Zeit. Dabei ließen sich neue Freiheiten entdecken und Begeisterung wecken. „Die schlägt sich sicherlich sogar hormonell nieder.“ Ob Männer und Frauen dann Sex als energetisches Tor in eine neue Bewusstseinsebene entdecken, wie Markus Peters das in seinem Buch Herzgesundheit, Hormone, Hingabe beschreibt, darf jeder und jede selbst entdecken. ///

Dieser Beitrag stammt aus der info3-Ausgabe Oktober 2025.

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Über den Autor / die Autorin

Renée Herrnkind

Renée Herrnkind ist seit 1981 als freie Journalistin tätig, lange Zeit im Bereich Bio und Demeter, auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Seit vielen Jahren bringt sie Themen eines ökologisch-nachhaltigen Lebensstils auch in ihrer Arbeit für die Zeitschrift info3 ein. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Hunden abwechselnd in Hessen und im Allgäu.