Mehr Wachstum, weniger Gewinn
Der Naturkosmetik- und Arzneimittelhersteller Weleda hat den Umsatz 2025 um 6,2 Prozent auf den Rekordwert von rund 485 Millionen Euro gesteigert. Wachstumstreiber sind Produktinnovationen wie die neue Premium-Pflegeserie „Cell Longevity“. Hohe Investitionen in die Modernisierung der Marke, die Entwicklung neuer Produkte und Marketingausgaben ließen den Gewinn allerdings stark einbrechen: Er sank von 19 auf 3,4 Millionen Euro. Die Weleda-Leitung wird daher der Generalversammlung des Unternehmens vorschlagen, auf eine Dividendenzahlung zu verzichten.
Unter Chefin Tina Müller startete die Weleda großformatige Werbekampagnen auf diversen Internet-Kanälen und holte prominente Galionsfiguren wie die Schauspielerin Maria Furtwängler an Bord.
Der Erfolg scheint Müller Recht zu geben: Die Kosmetik, die über 80 Prozent des Umsatzes ausmacht, wuchs dank der Expansions-Strategie um mehr als neun Prozent. Die Pharmasparte mit dem Sortiment von rund 800 anthroposophischen Arzneimitteln bleibt dagegen defizitär und verzeichnete einen Umsatzrückgang von über sechs Prozent auf rund 83 Millionen Euro. „Der Pharmabereich ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, sagte Müller der dpa. Die Kosmetik trage Weleda. „Sie gleicht die Verluste aus, die wir im Pharmabereich machen. Deswegen ist es lebenswichtig, dass die Kosmetik gut aufgestellt ist und wächst“, sagte Müller.
In Kreisen des Stammpublikums wird der aktuelle Weg der Weleda nicht nur positiv gesehen. So gibt es Kritik sowohl an der Fülle neuer Produkte als auch an bestimmten „zeitgeistigen“ Produkten oder an der Werbung mit bestimmten weiblichen Schönheitsidealen. Dass die Weleda vermehrt auf den Verkauf in eigenen Webshops setzt, wird im traditionellen Fachhandel ungern gesehen. Die ausbleibende Dividende wird vor allem dem Hauptaktionär des Unternehmens, der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und dem Goetheanum, nicht gefallen.
Quelle: Weleda, Info3-Bewegungsmelder

