Anthropoi Bundesverband reagiert
Bund, Länder und Kommunen haben auf 108 Seiten Pläne zur Kostendämpfung in der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe erstellt – hinter verschlossenen Türen. Dieses Vorschlagsbuch trägt den Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“. Jedoch bedrohen die angedachten Maßnahmen den sozialen Frieden, sie schränken Menschenrechte und Grundrechte ein. Hintergrund ist, dass für die Verwirklichung der Inklusion von Menschen mit Behinderung kostenintensive Betreuungsleistungen erforderlich sind.
Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung lehnen deshalb diese Pläne zur Kostendämpfung in der Kinder- und Jugendhilfe und Eingliederungshilfe auf das Schärfste ab. Auch der Anthropoi Bundesverband, der die anthroposophischen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung vertritt, hat sich an kritischen Maßnahmen beteiligt: „Streichungen, wie sie hier ‚vorgeschlagen‘ werden, gehen gar nicht,“ sagt Holger Wilms, Mitglied im Vorstand von Anthropoi, denn: „Inklusion ist kein Sparmodell – Teilhabe ist ein Menschenrecht.“
Anthropoi Bundesverband hat außerdem als Grundlage für eine Medienmitteilung der Fachverbände eine Bewertung der Kostensparpläne erstellt. Sie zeigt konkrete Einblicke in die drohenden Sparmaßnahmen und die möglichen Auswirkungen für die Lebenssituationen von Menschen mit Assistenzbedarf sowie Kindern und Jugendlichen der Kinder- und Jugendhilfe. Für Menschen mit Assistenzbedarf bedeuten diese Pläne laut Anthropoi, dass Ausgrenzung zementiert wird. Und für Leistungserbringer:innen bedeuten die geplanten Maßnahmen Existenzbedrohung und Qualitätsverlust. „Anthropoi Bundesverband fordert, dass die Fachverbände für Menschen mit Behinderung in alle weiteren Beratungen eingebunden werden, um Fachwissen einzubringen und Fehlentwicklungen zu vermeiden“, heißt es in der Stellungnahme.

