Offener Brief an Minister
Über 100 Organisationen und Einzelpersonen aus Bio-Branche, Wasserwirtschaft, Umweltschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft fordern die Bundesregierung auf, den schrittweisen Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden einzuleiten.
In einem vor kurzem veröffentlichten Offenen Brief wenden sie sich direkt an den Bundeslandwirtschaftsminister und den Bundesumweltminister. „Deutschland hat sich völkerrechtlich verpflichtet, das Risiko durch Pestizide bis 2030 deutlich zu senken – doch es fehlt eine wirksame politische Strategie zur Reduktion und zur Abkehr von dieser nicht zukunftsfähigen Praxis“, sagt Anja Voß, Geschäftsführerin des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft. „Wir zeigen mit unserem Offenen Brief: Ein schrittweiser Ausstieg ist möglich. Und er muss jetzt beginnen.“
Das Bündnis formuliert sechs konkrete politische Forderungen: Zulassungsverfahren sollen reformiert werden – mit unabhängiger wissenschaftlicher Bewertung, modernen Prüfstandards und lückenloser Risikoanalyse. Ein bundesweites Luftmonitoring für Pestizide soll eingeführt werden, um deren unkontrollierte Verbreitung durch die Luft zu erfassen und wirksam zu begrenzen. Es soll Transparenz beim Pestizideinsatz geschaffen werden – wann, wo, was gespritzt wird, soll öffentlich zugänglich gemacht werden. Durch einen Schadensfonds für Bio-Betriebe und klare gesetzliche Regeln soll Wettbewerbsverzerrung beendet werden, um Bio besser vor Kontaminationen zu schützen.
Unterzeichner aus dem anthroposophischen Umfeld sind unter anderem die Aurelia Stiftung, Bingenheimer Saatgut AG, Spielberger GmbH, Voelkel, Bauck, Erdmannhauser und Demeter. – Red./jh

