Der langjährige Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland, Michael Schmock ist am 1. Februar 2026 im Alter von 71 Jahren gestorben. Es waren Komplikationen nach einem Herzinfarkt, die ihn nicht wieder gesundwerden ließen.
Michael Schmock wurde am 18. Dezember 1954 in eine anthroposophische Familie hineingeboren. Nach Waldorfschule, landwirtschaftlicher Lehre und Sozialpädagogik-Studium gründete er 1983 mit Freunden und seiner Frau Veronika die Freie Arbeits- und Studiengemeinschaft Hof Kotthausen in der Nähe von Wuppertal. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde zur Bildungsstätte, wo junge Menschen ein Jahr lang Anthroposophie kennenlernen und die für ihre Zukunft zentralen Entscheidungen treffen konnten. Das Studienjahr war eingebettet in eine Lebensgemeinschaft und Mitarbeit bei allen Praktiken, die auf einem Bauernhof anfallen.
Mitte der 1990er Jahre löste „Kotthausen“ sich auf, wie bei ähnlichen Einrichtungen in dieser Zeit kamen die jungen Leute nicht mehr so zahlreich. Michael Schmock stieg in die Organisation des Arbeitszentrums Nordrhein-Westfalen ein und übernahm bald auch die Leitung. In dieser regionalen Gliederung der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland (AGiD)ging es nun darum, die Anthroposophie weiterzuentwickeln, die Mitgliedschaft zu pflegen, Veranstaltungen kleineren und größeren Ausmaßes zu planen und durchzuführen – und eigene Schwerpunkte zu setzen.
Das waren für Michael Schmock zum einen die Zusammenarbeit der Anthroposophischen Gesellschaft mit den anthroposophisch inspirierten Praxisfeldern (mit einer zeitgenössischen Variante des anthroposophischen Sozialimpulses im Hintergrund) und zum andern weiterhin die Förderung junger Menschen im Hinblick auf ihr Verhältnis zu Anthroposophie und Anthroposophischer Gesellschaft. Das geschah durchaus erwartungsvoll, aber völlig frei lassend – wer heute in der Anthroposophischen Gesellschaft jung ist, hat sicher irgendwann mit Michael Schmock zu tun gehabt. „Sein Blick richtete sich dabei immer wieder auf das Neue, Unkonventionelle, noch nicht Abgeschlossene“, schreiben seine Freunde aus dem Vorstand der AGiD.
Michaels Initiativen waren modern und strahlten aus; so wurde er 2008 gebeten, im Vorstand der AGiD mitzuarbeiten. Das Wirkensfeld vergrößerte sich, die Anliegen blieben die gleichen. So entstand im Lauf der Jahre zum Beispiel die Allianz anthroposophischer Verbände, in der man sich gegenseitig von Problemen und Möglichkeiten berichtete und an der Verstärkung der öffentlichen Wirksamkeit der Anthroposophie arbeitete. 2017 wurde daraus der Kongress Soziale Zukunft in Bochum – ein großes Fest der anthroposophischen Bewegung, das weit über diese hinausstrahlte. Eine Folgeveranstaltung, für die wichtige Kontakte auch außerhalb der anthroposophischen Szene bereits geknüpft waren, konnte wegen Corona nicht stattfinden und auch nicht wieder aufgegriffen werden. Das war für ihn „eine bittere Erfahrung, zumal hier ein deutlicher Innovationsversuch auf halber Strecke vorerst aufgegeben werden musste.“
Von 2016 bis 2023 war Michael Schmock Generalsekretär der AGiD und vertrat diese am Goetheanum in Dornach – erneut eine Erweiterung seines Wirkungskreises und wohl auch mancher ihn bewegender Fragestellungen. 2023 zog er sich von diesen Tätigkeiten zurück, war aber, als ihn der Herzinfarkt ereilte, voller Pläne für eine Weiterarbeit an sozialen Fragen. Der heutige Vorstand der AGiD schreibt: „In der Zusammenarbeit mit ihm haben wir seine soziale Integrationsfähigkeit, seine Freude an gestalteten Entwicklungen und die unverbrüchliche Treue zu seinen geistigen Motiven erleben dürfen. Mit ihm verlieren wir einen irdischen Wegbegleiter, der uns nun als geistiger Freund präsent bleibt.“ – Red./ad
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Hier findet sich ein Rückblick auf seine gesamte Tätigkeit von Michael Schmock selbst.

