Seit dem 4. Juni 2026 hat die Christengemeinschaft einen neuen Erzoberlenker: Christward Kröner
Kröner, 1963 geboren, studierte zunächst Musik und Medizin, bevor er 1987 an das Priesterseminar in Stuttgart ging und 1990 geweiht wurde. Seither war er in verschiedenen Gemeinden tätig sowie im Priesterseminar Hamburg; seit 2005 gehört er im sogenannten Siebenerkreis der Leitung der Christengemeinschaft an, ab 2007 als Oberlenker. Er ist erst der siebte Erzoberlenker in der gut 100jährigen Geschichte der Christengemeinschaft und folgt auf João Torunsky.
Die Priesterschaft der Christengemeinschaft ist in sich hierarchisch gegliedert. Das bezieht sich allerdings nicht auf die Weihe oder Lehrfreiheit, die für alle Priester gleichermaßen gilt, sondern beschreibt eher regionale Zuordnungen. Die Lenker sind für jeweils eine Region, von denen es in Deutschland sieben gibt, und auch für die Entsendung der Priester zuständig; zwei Oberlenker sind für größere Gebiete verantwortlich. Der Erzoberlenker hat das Ganze der Christengemeinschaft im Blick; er arbeitet mit den beiden Oberlenkern und vier Lenkern im zentralen Leitungsgremium der Christengemeinschaft, dem Siebenerkreis zusammen. Dieser Kreis ist auch für Handhabung und Beständigkeit der Sakramente verantwortlich. Lenker, Oberlenker und Erzoberlenker werden nicht gewählt, sondern vom oder im Siebenerkreis berufen. Der Erzoberlenker hat nach seiner Ernennung sofort seinen Nachfolger zu benennen.
Die Bezeichnungen und Funktionen der Lenker, Oberlenker und des Erzoberlenkers gehen auf Rudolf Steiner zurück (andernorts gibt es sie nicht) und haben schon damals unter den jüngeren Priestern Befremden ausgelöst. Nichtsdestotrotz wurden sie bis heute unverändert beibehalten.
Ansonsten ist die Christengemeinschaft dezentral organisiert, jede Gemeinde hat etwa ihre eigene Satzung und Gremien, in denen Gemeindemitglieder mit den Pfarrern und Lenkern in selbstverwalteter Weise zusammenarbeiten. – Die Christengemeinschaft/Red./ad

